
Ein Monat ist es her, seit dem mir das erste Mal angeboten wurde, auf iTunes 7 upzudaten. Als langjähriger, treuer, iTunes User war mir sofort klar, das ich den Update, den Apple als am groundbreakigsten von allen bezeichnet, sofort haben muss. Sogar das ehemalige Plugin Coverflow, mit dem man zu seiner MP3 Library einen Zugang wie damals zu seinen CDs erhalten soll (weil man in einer 3D-Ansicht durch die Covers browsen kann), sei jetzt Teil von iTunes, auch auf Windows, auf welchem das Plugin damals nicht verfügbar war.
Nach dem Download die Ernüchterung. iTunes konnte, nachdem ich geduldig aufs Beenden des “analyzing song library” (oder so ähnlich) Dialog wartete, praktisch kein einziges MP3 mehr abspielen, ohne dass es ächzte und stöhnte, zuckelte und störte. Manchmal, wenn ich ganz still auf dem Stuhl sass und mich konzentrierte, dann funktionierte es bei einigen ganz wenigen Dateien, das Playback ohne Noise, aber sobald irgendeine Störung auftrat (beispielsweise ein anderes Programm), dann tönte iTunes wie damals mein erstes MP3 beim Versuch, es auf meinem 486er abzuspielen, ohne es erst in eine grosse WAV Datei rauszurechnen (um dem armen Kistchen die Dekompressionsarbeit zu ersparen). Gut, dachte ich dann, ich brauche iTunes ja auch wirklich fast nur, um mit ihm den iPod zu synchronisieren. Auch das funktionierte nur dann, wenn ich auf einen der auf den Apple Supportforen zu tausenden beschriebenen Workarounds zurueckgriff. Interessant daran war jeweils, das mein Computer, Windows, an sich kein Problem hatte, den iPod zu erkennen, nur dieses widerspenstige iTunes 7 wollte ihn partout nur dann sehen, wenn ich vor dem Einstecken den “iPod Service” stoppte, dann einsteckte, dann iTunes startete, dann den Service wieder startete. Es gibt tonnenweise Tips auf der Apple Knowledgebase, inklusive dem typischen (und praktisch nie funktionierenden) Alles Zeugs wegnehmen, dann rebooten, dann neu installieren Hinweis, den ich ausnahsweise mal befolgte. Leider ohne jeglichen Erfolg.
Gefrustet und mit einem feuchten Auge ob dem verlorenen Abend befolgte ich dann eine Anleitung zum Downgraden auf iTunes 6.x. Professionellerweise wurde dies erleichtert durch die automatisch erstellte Sicherungskopie der alten Librarydatei von iTunes 6, die iTunes 7 erstellt hatte.
So war ich also wieder ohne Coverflow, und wieder ohne groundbreakigsten von allen iTunesen. Die Apple Supportforen füllten sich mehr und mehr mit Beitraegen von frustrierten Usern, die dieselben Probleme hatten wie ich. Alle mussten früher oder später downgraden.
Und dann, etwa zwei Wochen später, publizierte Apple einen weiteren Update 7.0.1, der eine Vielzahl von Problemen lösen soll, inklusive der meinen. Runtergeladen und sofort installiert, und siehe da, kein Knistern, kein Knacken, keine Störungen beim Playback, aber irgendwie funktioniert die Synchronisation mit dem iPod noch immer nicht.
Jetzt, etwa einen Monat spaeter, scheinen die Leute bei Apple endlich den Grund herausgefunden haben, warum das bei vielen nicht funktionierte, und auch bei mir nicht: Wir alle hatten eines gemeinsam. Wir alle hatten den Windows Dienst Terminal Services deaktiviert. Vermutlich weil wir dachten, ihn nicht zu brauchen. Sobald dieser wieder aktiviert wird, funktioniert auch die Synchronisation wie sie sollte.
Zur Erinnerung die Beschreibung des Terminal Services Dienstes: “Allows multiple users to be connected interactively to a machine as well as the display of desktops and applications to remote computers. The underpinning of Remote Desktop (including RD for Administrators), Fast User Switching, Remote Assistance, and Terminal Server.”
…and the the synchronization of the Apple iPod to Apple iTunes! Da hätte ich echt auch selber drauf kommen können.